Social Media + Blogging + HR = eine Gleichung die aufgeht?

Über twitter bin ich das erste Mal auf den Begriff Blogparade gestoßen. Ein mir bis dato unbekannter Begriff, der jedoch sofort meine Aufmerksamkeit erregte. Viele verschiedene Menschen schreiben Blog-Artikel zu einer bestimmten Fragestellung. Soziale Netzwerke, Blogging und HR sind die Themen der Blogparade #PKNM10. Da musste ich natürlich weiterlesen. Ich werde wie immer versuchen, mit meiner Antwort auf diese Fragen einen sehr persönlichen Einblick zu geben.

Die Fragestellungen lauten wie folgt:

  • Was bedeutet die Kommunikation in sozialen Netzwerken für den Bereich Human Resources? Welche Rolle kann Blogging im HR spielen?
  • Ihre eigene Erfahrung: (Wie) Nutzen Sie als HR-Professional soziale Medien und Blogging? Persönlich und oder beruflich – oder verschwimmen vielleicht die Grenzen? Wie gehen Sie damit um?
  • Soziale Medien – das bedeutet oft auch Reizüberflutung oder kann ein Zeitfresser sein. Wie kann man mit diesem Nachteil und auch anderen Nachteilen als HR-Professional umgehen?

Hätte man mir die erste dieser Fragen vor ca. einem Jahr gestellt hätte man vermutlich eine ernüchternde Antwort von mir erhalten. Blogging, soziale Netzwerke und HR? Passt nicht wirklich zusammen hätte ich gesagt. Doch dann passierte etwas, das alles veränderte: Meine Anmeldung auf twitter. Lustigerweise war diese vor ziemlich genau einem Jahr, das heißt ich kann hier gleich mein Jubiläum feiern. Ich weiß gar nicht mehr so genau, warum ich mich plötzlich angemeldet habe. Eine Plattform, auf der Menschen sich durch geschriebenes Wort austauschen, ohne ins uferlose abzugleiten und ohne den ganzen Unsinn manch anderer Netzwerke. Eigentlich prädestiniert für mich, war ich doch immer schon jemand, der sich schriftlich leichter und sicherer ausdrücken konnte als mündlich. Schon als Kind habe ich angefangen eigene Geschichten zu schreiben, mein Bücherregal platzte aus allen Nähten und nächtliche Lesemarathons mit Taschenlampe unter der Bettdecke waren keine Seltenheit. Lesen und schreiben haben mich in eine Welt entführt in der ich sein konnte, wer ich wollte – nicht der schüchterne dickliche Junge mit den Segelohren, der Akne und den roten Haaren, sondern furchtloser Pirat, edler Ritter, ausgefuchster Detektiv oder magischer Fantasyheld. Kein Wunder also, dass ich meine erste Freundin nicht mit einem stählernen Sixpack von mir überzeugen konnte, sondern mit einem (vermutlich) sehr schmalzigen und ewig langen Liebesbrief.

Zurück in die Gegenwart: ich war nun also auf twitter angemeldet und mein erster Follower war kein geringerer als Marcel Rütten und das war vermutlich mein Glück und der Startschuss zu einer für mich absolut grandiosen Horizonterweiterung. Das war sozusagen meine Eintrittskarte in die digitale HR-Netzwerk-Welt. An dieser Stelle ein fettes Danke an Marcel Rütten, der wie ich äußerst gerne mit GIFs kommuniziert:

Ich wurde also dank eines Empfehlungs-Logarithmus und meiner Neugier sofort tiefer in die HR twitter Szene gezogen und es dauerte nicht lange, bis ich anfing Blogs zu lesen. Ich war überrascht wieviel wertvollen Input ich dadurch bekam, sowohl in fachlicher als auch in persönlicher Hinsicht. Eine der wichtigsten „Learnings“ (Nein ich bin kein Unternehmensberater) für mich war, mutiger zu sein. Mut um seine Meinung zu sagen, auch mal persönliche Einblicke zu geben und Mut, nicht nur neue Dinge auszuprobieren sondern auch etablierte und eingefahrene Muster zu durchbrechen um alte Dinge anders zu machen. Auch hier kann und muss ich wieder auf Katharina Nolden und Steffi Maaß verweisen, die meinen ersten Eindruck von HR-Social-Media sehr geprägt haben. Ich habe es sicher schonmal in einem meiner Artikel erwähnt, aber ich wiederhole es gerne: Ich glaube ehrlich gesagt, dass meine Vernetzung mit der HR-twitter-Blase mir beruflich mehr Kompetenzen vermittelt hat als mein Studium der Wirtschaftspsychologie. Das mag daran liegen, dass das eine theoretisch und das andere eher praktisch geprägt ist. Es macht es jedoch nicht weniger wahr. Um mit meinem persönlichen Einblick langsam zum Ende zu kommen: Nachdem ich mich mit haufenweise lesenswerter Blogs eingedeckt hatte (eine Liste gibt’s am Ende, also schön weiterlesen bitte) wuchs in mir der Wunsch, auch selbst aktiv zu werden und ebenfalls meinen Beitrag zu leisten. Wieso sollte der Junge, der früher Geschichten über Schatzinseln und Drachen geschrieben hatte nicht einen (mehr oder weniger) professionellen Blog zu Fachthemen schreiben, die ihm am Herzen liegen. Ob diese Beiträge dann lesenswert, amüsant, kurzweilig oder gar wertvoll sind müssen andere entscheiden. Für mich bleibt nur das gute Gefühl, einen Artikel vervollständigt zu haben um einen klitzekleinen Beitrag zu dem zu leisten, was mich am Blogging und Social Media (hauptsächlich twitter) so fasziniert hat.

Übrigens hätte ich den Artikel vermutlich gar nicht geschrieben, wenn mich Katharina Nolden nicht dazu motiviert hätte. Auch hier sieht man wieder, was dein Netzwerk mit dir macht. Deswegen hier der Auszug aus meiner twitter-timeline, die ganz gut zeigt, warum ich so begeistert von diesem Netzwerk bin. Nochmal danke an Katharina für die Motivation. 😉

Am Ende des Tages soll die Frage beantwortet werden, was Kommunikation in sozialen Netzwerken für den Bereich Human Resources bedeutet. Die Antwort: Eine Menge! Und welche Rolle spielt Blogging im HR? Die Antwort: Eine große! Wenn ich heute ein Problem oder eine Frage fachlicher Natur habe teile ich dieses Problem oder diese Frage mit meinem Netzwerk auf twitter und ich kann absolut sicher sein, kompetente, ehrliche, kritische und hilfreiche Antworten zu erhalten. Vielleicht sind es nicht immer Antworten, die mir gefallen, aber wenn es nur Zustimmung ist, die ich suche kaufe ich mir ein Aquarium und frage meinen Goldfisch. Es geht bei der Rolle von Social Media und Blogging in Kombination mit HR wie so oft um den berühmten Tellerrand. Aber Vorsicht:

Spaß beiseite – ein Netzwerk wie twitter in Kombination mit der Lektüre der richtigen Blogs kann euch und euren Kompetenzen nur nützlich sein. Man kann niemals alles wissen, alles können oder alles selbst ausprobieren – ein Netzwerk jedoch schon. Wer seine Kräfte und sein Wissen bündelt und mit anderen teilt wird so viel mehr erreichen können als jemand, der immer alles für sich behält. Es ist ein ständiges Geben und Nehmen – nur wer selber teilt wird auch von anderen beim Teilen bedacht werden. Daher mein Profi-Tipp (von Eva Stock geklaut) an alle HRler oder welche die es noch werden wollen: Meldet euch auf twitter an, sucht euch interessante Menschen, denen ihr folgen wollt, lest Blogs, hört Podcasts und seid aufmerksam. Es wird euch weiterbringen.

Die letzte Frage war, ob Social Media zum einen reizüberflutend, zum anderen zeitfressend ist. Die Anwort: Ja und Ja! Würde ich jeden interessanten Artikel, über den ich stolpere auf eine to-read-Liste setzen wäre diese vermutlich so ellenlang, dass man das Ende gar nicht mehr sehen könnte. Die Reizüberflutung ist für mich in den meisten Fällen eher positiv als negativ und auf jeden Fall besser, als sich von völlig sinnbefreiten, intelligenzbeleidigenden TV-Shows berieseln zu lassen. Natürlich müsst ihr differenzieren und aussortieren. Ihr könnt nicht alles lesen, hören oder sehen. Es ist also ein Zeitfresser, ja, aber ein guter. Es gibt Tage, da sitze ich auf der Heimfahrt im Zug und höre auch mal nur eine halbe Stunde Musik – das muss auch mal sein. Aber es gibt eben auch Tage, an denen ich vor lauter Euphorie über einen guten Artikel fast meinen Bahnhof verpasse und den Artikel dann später, mit Taschenlampe unter der Bettdecke, damit meine Tochter nicht aufwacht zu Ende lese. 😉

An dieser Stelle wie immer ein großes Dankeschön an alle, die fertig gelesen haben und hier noch wie versprochen meine Liste lesenswerter HR-Blogs:

https://hrisnotacrime.com/

https://hr4good.com

https://katharinanolden.wordpress.com/

https://quitandjump.de/blog/

https://blog.recrutainment.de/

https://www.reif.org/blog/

Ich habe bestimmt welche vergessen, weil ich ein Hirn wie ein Nudelsieb habe aber damit habt ihr schonmal eine gute Grundlage! Ihr solltet außerdem unbedingt mal die Begriffe „Recruiting Rebels“ und „HR Rookies“ googeln.

Vielen Dank an die PKNM10 Blogparade für diese tollen Fragen und die Möglichkeit, diese zu beantworten.

Peace out, euer HRtaberfair

2 Kommentare zu „Social Media + Blogging + HR = eine Gleichung die aufgeht?“

  1. Toller Blogpost, vielen Dank für den Beitrag zur #PKNM10 Blogparade! Mehr zur Blogparade gibt’s auch hier: https://isabellgru.eu/index.php/2019/11/22/pknm10-blogparade-soziale-netzwerke-blogging-und-hr/

    Wir wollen auch in Zukunft zu HR Themen Blogparaden starten – freu mich über den Diskurs. Die erste Blogparade läuft jedenfalls schon super an, eine große Freude! Ich kann auch nur beipflichten, Twitter hat auch mir sehr viel gebracht, Horizonterweiterung pur. Und ich bin auch einfach gerne online, aus ganz ähnlichen Gründen wie von dir beschrieben. Kein Wunder, dass ich im Bereich Bildungstechnologie gelandet bin 🙂 Alle Wege führen nach Rom – oder bei mir zur Technologie.

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